StartRatgeber › Nachfassen bei Leads

Ein Drittel Deiner Gespräche beginnt erst beim zweiten Anlauf

Auswertung aus dem eigenen Vertrieb2. August 20264 Min. Lesezeit

Nachfassen gilt als lästig und ein bisschen aufdringlich. Deshalb macht es kaum jemand konsequent. Die Auswertung von 1.036 angeschriebenen Leads zeigt, was diese Bequemlichkeit tatsächlich kostet.

Illustration mehrerer Wellen, die von einem Punkt ausgehen und erst beim späteren Versuch ankommen

Der erste Anlauf erreicht die meisten. Der zweite erreicht die, auf die es oft ankommt.

Die Nachricht ist raus, es kommt nichts zurück. Also gut, kein Interesse, weiter zum nächsten. Diese Reaktion ist verständlich und in den allermeisten Fällen falsch.

Wir haben im eigenen Vertrieb für jeden einzelnen Kontakt nachgezählt, nach dem wievielten Anlauf die erste Antwort kam. Nicht geschätzt, sondern aus den Nachrichtenverläufen ausgelesen.

390 Antworten, und wann sie kamen

Nach dem wievielten Anlauf kam die erste Antwort?

390 Kontakte, die im Auswertungszeitraum geantwortet haben

nach der 1. Nachricht
250
nach der 2. Nachricht
102
nach der 3. Nachricht
19
nach der 4. Nachricht
14
nach der 5. oder später
5

140 der 390 Gespräche, also 36 Prozent, wären nie zustande gekommen, wenn nach der ersten Nachricht Schluss gewesen wäre.

36 %

aller Gespräche entstanden erst nach dem zweiten oder einem späteren Anlauf. Bei einem Drittel aller Kontakte, die am Ende reagiert haben, hätte einmaliges Anschreiben nichts gebracht.

Warum niemand beim ersten Mal antwortet

Es hilft, sich die Lage des Empfängers vorzustellen. Er hat vor zwei Tagen ein Formular ausgefüllt, seitdem sind vierzig andere Dinge passiert. Deine Nachricht kommt an, während er im Auto sitzt, im Termin ist oder gerade das Kind abholt. Er nimmt sich vor, später zu antworten. Später kommt nie.

Das ist kein Desinteresse. Das ist eine Nachricht zum falschen Zeitpunkt. Der zweite Anlauf trifft schlicht einen besseren Moment.

Der Unterschied zwischen Nachfassen und Nerven

Drei Dinge entscheiden darüber, ob ein zweiter Anlauf als aufmerksam oder als aufdringlich ankommt.

Warum es trotzdem kaum jemand tut

Nachfassen scheitert selten am Wissen. Jeder weiß, dass man dranbleiben soll. Es scheitert an der Ausführung: Man müsste sich merken, wer wann was geschrieben hat, wer noch nicht geantwortet hat und wer schon zweimal angeschrieben wurde. Bei zehn Kontakten geht das im Kopf. Bei hundert nicht mehr.

Deshalb ist Nachfassen der Teil des Vertriebs, der sich am deutlichsten lohnt, wenn man ihn automatisiert. Nicht weil eine Maschine bessere Nachrichten schreibt, sondern weil sie den zweiten Anlauf tatsächlich macht, auch am dreiundzwanzigsten Tag in Folge und auch dann, wenn gerade viel los ist.

Was Du daraus mitnehmen kannst

Woher die Zahlen kommen: Alle Werte in diesem Artikel stammen aus dem WhatsApp-Setter von mr. online marketing, ausgelesen am 2. August 2026 direkt aus der Datenbank. Betrachtet wurde der Zeitraum vom 2. Juli bis 2. August 2026 mit 1.036 angeschriebenen Leads und 6.866 Nachrichten. Es sind eigene Betriebsdaten, keine Kundendaten und keine Schätzungen.

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